Hexensabbat vor der Rente

Sindelfinger Zeitung vom Mittwoch, 7. Oktober 2009
Pressebericht zu unserer Veranstaltung GRACHMUSIKOFF - Schwoba-Rock

Von unserem Mitarbeiter Hans-Ulrich Kramer

Spätestens zu „Oinr isch emmr dr Arsch“, dem Kultsong von „Schwoißfuaß“ schlechthin, gibt es am Samstagabend kein Halten mehr: Im Pavillon der IG Kultur wird kollektiv abgetanzt. Im Mittelpunkt stehen ansonsten aber freilich die zahllosen Songs der Combo „Grachmusikoff“, die 1978 von den Brüdern Alexander und Georg Köberlein sowie von Gitarrist und Akkordeonspieler Hansi Fink gegründet worden ist.

Inzwischen wird die Gründergeneration von Michael Stoll (Bass, Gitarre) und Martin Mohr (Schlagzeug) verstärkt. Das Programm ist aber ganz klar auf die Gebrüder Köberlein zugeschnitten, die beide mehrere Instrumente beherrschen und sich zudem beim Singen im schwäbischen Idiom abwechseln. Ihre Kabbeleien und humorvollen Ansagen bieten zusätzlichen Unterhaltungswert. Im rockmusikalischen Schweinsgalopp geht’s über zwei Stunden lang durch die unterschiedlichsten Musikstile (neben Blues und Rock gibt es auch Balladen sowie Country-, Reggae- oder Ska-Einsprengsel) und Themen: Der „Mamamann“ mit Ödipuskomplex wird genauso besungen wie der schwäbische Bauernkrieg oder deutsche Befindlichkeiten.

„Zu alt, zu dick, zu teuer“

Die Quintessenz von „Es gibt ein Volk“ lautet, dass die Deutschen „zu alt, zu dick, zu teuer“ sind. Zwischendurch bittet Georg Köberlein, der ansonsten ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ich will Rente“ trägt, mit Hexengewand und Perücke zum Hexensabbat. Die Köberlein-Brüder sind aber nicht nur begnadete Entertainer und gute Sänger, sondern auch Multi-Instrumentalisten: Alexander spielt Keyboard, Querflöte und Saxofon, Georg Gitarre, Posaune und Keyboard. Zudem kann sich Lead-Gitarrist Hansi Fink immer wieder mit technisch ausgefeilten Gitarrensoli auszeichnen. So etwa im Lied „Paule Popstar“, das „Grachmusikoff“ in einer extra-langen Version spielen.

Ja, dieser Abend macht mächtig Laune. Bleibt zu hoffen, dass Georg Köberlein samt seinen Mitmusikern das Rentner-Dasein noch etwas aufschiebt und das Publikum noch einige weitere Jahre mit handgemachtem, erdigem Schwabenrock beglückt.