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"Merci" in neuem KleidSindelfinger Zeitung vom Mittwoch, 4. November 2009 Pressebericht zu unserer Veranstaltung ZIPFLO WEINRICH QUARTETT - Sinti Jazz Sindelfingen: Zipflo Weinrich und seine Band im Kulturpavillon Bei zwei Stücken bekamen die alten Hasen zudem Verstärkung von dem 17-jährigen Gitarristen Gismo Graf. Der Nachwuchsgitarrist stammt aus Stuttgart-Zuffenhausen und hat eine eigene Combo. Zu dem wunderschönen Song „All of me“ fügt Gismo Graf sich nahtlos in das Bandgefüge ein und demonstriert mit raschen Akkordwechseln und großer Fingerfertigkeit sein Talent. Grafs Markenzeichen ist ein harter, metallischer Anschlag. Frau aus Daimler-Stadt Bei einem Duett darf er sich mit Zipflo Weinrich messen. Dieser hat zu Sindelfingen eine besondere Beziehung: Immerhin stammt seine Frau aus der Daimler-Stadt. So hat sich auch Verwandtschaft unter das Publikum gemischt, der Zipflo Weinrich auch prompt eine Eigenkomposition widmet. Generell spielt die Combo, die neben dem Bandleader aus Günther Tilman (Klavier), Milan Nikolic (Kontrabass) und Mario Gonzi (Schlagzeug) besteht, zahlreiche Eigenkompositionen. So etwa den „Blues for Kate“, der sehr schmissig gerät. Gleich am Anfang entwickeln die vier Musiker ein irres Tempo und einen dichten Sound. Der Geigenbogen fliegt regelrecht über die Saiten. Die Geige jammert und fleht in hohen Lagen. Reihum kommen die Musiker zu Soli. Zipflo Weinrich ist ein Bandleader, der sich zurücknehmen kann und seinen Bandkollegen musikalische Freiräume zugesteht. Dabei darf ein jeder sein großes Können demonstrieren. Besonders zu würdigen gilt die Leistung von Pianist Günther Tilman, der kurzfristig für den erkrankten Fritz Pauer eingesprungen ist und sich das komplette und komplexe Programm innerhalb eines Tages aneignen musste. Drummer Mario Gonzi kommt zudem zu einem genialen und ausufernden Schlagzeugsolo, bei dem er über alle Trommeln und Becken hinwegfegt und mit Rhythmuswechseln spielt. Zu den wenigen gecoverten Stücken zählt „Merci“, das im Original von Udo Jürgens stammt. Dabei mutiert der Schlager zur experimentellen Jazznummer. Nur an wenigen Stellen spielt die Violine die bekannte Melodielinie. Ansonsten ist der Udo-Jürgens-Song nur rudimentär zu erahnen. Nach einem experimentellen Intro entwickelt sich zunächst ein entspannter Sound, der sich aber hin zu einer expressiven Klangcollage steigert. Am Ende gibt es noch ein raffiniertes Geigen-Finale. Schließlich sind da jene Songs, in denen Zipflo Weinrich seine Geige in eine Art E-Gitarre umfunktioniert. So etwa in einer zart schmelzenden Ballade, die aber auch ihre Ecken und Kanten hat. Dabei hält der Wiener die Geige wie eine Gitarre und spielt diese nicht mit dem Bogen, sondern schlägt die Saiten mit seinem Daumen an. Mit Vibrato und Sliding setzt er Stilmittel ein, die für die Gitarre typisch sind, und zeigt, welche Klangmöglichkeiten eine Violine bietet. Allgemein verschwimmen bei dem überzeugenden Konzert die musikalischen (Stil-) Grenzen. Es gibt einen „Crossover“ der besonderen Art zu hören. Jazz trifft Schlager, Swing meets Rock. Eine Mischung, wie man sie sonst selten zu hören bekommt und die beim Publikum der IG Kultur gut ankommt. Anmelden oder registrieren um Kommentare einzutragen
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