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Die auch im Dunkeln ganz gut munkelnKreiszeitung Böblingen vom Donnerstag, 29. Oktober 2009 Ein Hoch auf die Licht- und Tontechniker, ohne die beispielsweise der Sindelfinger "Pavillon" undenkbar wäre Gesehen werden sie von vielen, wirklich wahrgenommen wird ihre Leistung dagegen nur von wenigen - weil für gewöhnlich die Bands im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Dabei leisten Licht- und Tontechniker für die Live-Acts Unverzichtbares. Wie im Sindelfinger "Pavillon". Von Siegfried Dannecker SINDELFINGEN. Ob die Jazzer Axel Kühn, Dieter Ilg und Charlie Mariano oder Indie-Pop à la "Recorder" oder "Monochrome": Der Saal der ehemaligen Musikschule am Calwer Bogen hat schon viele tolle Abende erlebt - toller Musik wegen, aber auch dank einer Technik, die von guten Leuten bedient wird. Von richtigen guten. Wie Werner Schumacher. Der Leiter der Abteilung Veranstaltungstechnik der Stadthalle Sindelfingen ist ein Profi. Viele Jahre lang ist der Endfünfziger mit Bands um die Welt getourt und hat sie in optimalen Sound gerückt. Warum soll er - nebenher - nicht ab und an auch im Pavillon die unzähligen Regler und Schieber bedienen. Zumal Schumacher der IG Kultur, die den "Pavillon betreibt", seit Urzeiten verbunden ist. "Fast 30 Jahre", lacht Albrecht Barth, Urgestein der Sindelfinger Soziokulturszene. Der 59-Jährige ist froh, dass der Verein Leute wie Schumacher hat. Und kann eine ganze Latte von ihnen aufzählen: Thomas Jirasko zum Beispiel, Peter Gruseck, Toni Bras, (Theaterhaus-Beleuchter) Frank Rother, Csaba Klacek. Oder Gabi Meister. Letztere zählt zwar nicht mehr zu dem Netzwerk an "Pavillon"-Technikbedienenden. Aber sie ist eines jener leuchtenden Beispiele, wie man es von der Calwer Straße wohin bringen kann. Schließlich landete die Beleuchterin, die anfangs Kleintheater ins Licht rückte, später im Staatstheater, mithin in der Champions-League der Branche. Auch Thomas Jirasko hat es mit seinen 33 Lenzen schon weit gebracht. Einst hat der Gitarrist der Böblinger Band "Recorder" Elektroniker gelernt, stets aber auch größtes Interesse für die Tontechnik gehabt. Mit 13 hat Jirasko sich autodidaktisch beigebracht, wie man mit den Apparaten umgeht. Dass so ein Mischpult wie im "Pavillon" 34 Kanäle à 20 Regler hat, weitere 40 Schieber und dass nochmal die Knöpfe an den 19-Zoll-Schränken und 150 Outputs der Master-Sektion dazukommen, macht dem jungen Mann nichts. Die 1000 Stellmöglichkeiten hat so einer im Griff. Auch im Dunkeln ist noch gut munkeln. Jirasko kennen viele Konzertgänger, weil er gerne eine Art Kleidungs-Humor überstreift - sein T-Shirt mit den "10 Antworten für den Tontechniker" auf meistgestellte Fragen. "Nein, ich weiß nicht, wer heute spielt", steht darauf. Oder: "Ja, die Musik muss so laut sein." Oder: "Nein, ich gehöre nicht zur Band". Mit feiner Ironie und noch mehr handwerklichem Können hat es der studierte Informatiker weit gebracht. Als Freelancer für die Schönaicher Brüder-Firma Event Park Schlegel kommt der 33-Jährige viel herum. Die Schleyerhalle bucht ihn ebenso wie die Messen von Sindelfingen und Stuttgart. Weil er aber auch die lokale (Sozio-)Kultur liebt, springt er gerne mal beim "Pavillon" mit ein, im Jugendhaus Süd oder im Böblinger "Casa nostra". "Mir macht das Spaß", erzählt der Selfmade-Tontechniker. Nanu? Wir dachten immer, vom Publikum käme Nichtbeachtung und Kritik zurück, nach dem Motto: Was dem einen zu leise, ist dem anderen längst zu laut. "Na ja", sagt Thomas Jirasko: "Kritik äußert man halt schneller. Aber ich kriege auch sehr viel Lob, und das freut mich." Ex-IG-Kultur-Chef Albrecht Barth hofft, dass diese Freude bei allen seinen Licht- und Tontechnikern noch lange so bleibt. Denn groß was zahlen kann die Interessengemeinschaft nicht. "In der Regel kriegen sie auch nicht mehr als das, was alle bekommen, die für eine Veranstaltung im Einsatz sind - die Getränke umsonst." Nur in seltenen Fällen (wenn die Einnahmen bei einem Top-Act gut sind) gäbe es auch mal ein Honorar, das aber überschaubar bleibe. Die Licht- und Tontechniker des "Pavillon" sind so eine Art Netzwerk, Technik-affin und kommen im Wechsel zum Einsatz, weil sie nicht immer Zeit haben. Albrecht Barth: "Das ist ja auch kein Wunder. Viele von ihnen sind in Berufen tätig, wo sie wochenends und abends arbeiten müssen, und zumeist weit über 40 Stunden in der Woche beschäftigt sind." Dennoch klappt es meistens, einen von ihnen für die Veranstaltungsabende zu gewinnen - auch bei der Weihnachtssession, für die dann sogar mehrere Licht- und Tontechniker nötig sind. Falls je nicht, muss halt der ehemalige Vorsitzende ran. Albrecht Barth ist wie die IG-Kultur-Aktivisten Klaus Haidle und Boris Böhne Ersatzlichtmann. Lieber freilich ist Barth, wenn die (Semi-)Profis das gute "Industriestandard"-Equipment im "Pavillon" bedienen. Da komme einfach mehr rüber. Zumal die Techniker stets auch "Köfferle" dabei hätten, um Licht und Ton auf die Sprünge zu helfen: "Die alten Hasen haben Mikros oder spezielle Kult-Equalizer, die seit Jahrzehnten nicht mehr gebaut werden, aber aus der Anlage das letzte Quäntchen Sound herausholen", meint der 59-Jährige: "Für die sind solche Geräte das, was dem Mercedes-Fan der 300 SL ist." Anmelden oder registrieren um Kommentare einzutragen
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... ein echt guter Artikel, finde ich: besten Dank an den Journalisten 'Siegfried Dannecker' (den ich leider nicht kenne ?,
)
KLaus Haidle