Kommen, sehen, singen

Sindelfinger Zeitung vom Dienstag, 24. November 2009
Pressebericht zu unserer Veranstaltung ANNE CZICHOWSKYS JAZZPARTOUT - Vocal & Instrumental Jazz

Kommen, sehen, singen
25.11.2009 -
Von unserem Mitarbeiter Bernd Heiden

Das 2008 mit dem Bukarester Jazzpreis dekorierte Stuttgarter Quintett Jazzpartout um Sängerin Anne Czichowsky besteht zwar noch nicht seit Adams und Evas Zeiten. Aber Vokalistin Czichowsky verbindet mit einigen ihrer Bandkollegen eine fast zehnjährige Zusammenarbeit. Das macht sich bemerkbar.

In einem Rundgang durch die Jazzgeschichte von Duke Ellington bis Pat Metheny und Chick Corea nebst einigen Eigenkompositionen grast die Combo so ziemlich alles ab, was gut, teuer und für viele niemals erreichbar ist. Asymmetrische Salsa-Grooves werden ebenso breitgewalzt wie der gute alte Bossa Nova, Zuckelswing, knackige Funk- und erdige Hardbop-Grooves reichen sich die Hand, alles ansteckend wie die Schweinegrippe maßgeblich aufbereitet von Kontrabassist Markus Braun und einem großem Soundgespür ausgestatteten Schlagzeuger Jan-Philipp Wiesmann.

Ausgiebige Improvisationen von Pianist Peter Gromer und Saxofonist und Flötist Stefan Koschitzki zitieren melodisch und klanglich feinpoliertes im Webster-Ellington Swingstil, rebellisch nervösen Parker-Powell-Bebop oder die Liebäugelei mit der Ekstase eines Coltrane, Fusion selbstverständlich inklusive. Die Souveränität, mit der sich die beiden in dieser Stilpluralität bewegen, ist eine Wucht. In puncto Spannungsaufbau und melodischer Konzeption bieten sie an diesem Abend dabei immer wieder vieles, was auf Augenhöhe mit den Vorbildern, oft darüber steht.

Pianist Gromer, der irgendwie alles spontan aus dem Ärmel schütteln kann, tüftelt auch die Arrangements für Jazzpartout aus. Was da an Überraschungen, musikalischen Wetterwechseln und Wechselbädern auf den Hörer wartet, bedarf wohl keiner Erläuterungen. Überfrachtet wirkt das nie. Auch wegen ihres teils langen gemeinsamen Musikerweges verdaut die Band die Komplexität des Vorgeschriebenen mühelos.
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Und da wäre ja noch Sängerin Anne Czichowsky, die in Vielem an die Vielkönnerin Dee Dee Bridgewater erinnert. Auch die Stuttgarterin kann von der intimen Ballade bis zur extrovertierten Instrumente imitierenden Scat-Improvisation – ihr Schwerpunkt - alles. Dabei ist sie keine, die wie eine Diva vorne steht, sondern als fünftes Instrument der Band agiert. Dank super Charisma vermittelt sie von der ersten Sekunde an: „Ich komme, sehe, singe. Und das macht mich glücklich“.

Nichts anderes strahlt Jazzpartout als Ganzes an diesem Abend aus. Das ist ansteckend. Anne Czichowsky hatte schon Recht mit ihrer Bemerkung Richtung Publikum zur Konzertfortsetzung nach der Pause: „Ich gucke in lauter glückliche Gesichter.“

„Lauter glückliche Gesichter“ macht Anne Czichowsky im Böblinger Publikum aus. Die Sängerin und ihre Combo sorgten für einen fabelhaften Auftritt. Bild: z
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Verfasst von Klaus am Mi, 25/11/2009 - 20:20.

Es war ein wirklich schöner Abend: tolle Musik, nette Band und bei uns hat auch alles geklappt: Danke an Alle!