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Coversongs ohne Mottenkisten-GeruchKreiszeitung Böblingen vom Montag, 30. November 2009 Pressebericht zu unserer Veranstaltung OPPORTUNITY - Acoustic Songs Opportunity im Sindelfinger Pavillon: Blues, Jazz und Funk der ungewöhnlichen Sorte Von Monika Johna SINDELFINGEN. Es lässt sich gar nicht mehr abstellen. Dieses glückselige Grinsen. Oder das rhythmische Wippen. Oder beides. Wer am Samstag bei Opportunity im Konzert war, der zog jedenfalls beseelt aus dem Pavillon davon. Im Ohr noch ein bisschen Blues, Jazz, Rock oder Funk - oder von allem etwas. Sie machen es so schonend wie möglich. Noch einmal holt Axel Nagel weit aus und philosophiert zum gegebenen Thema. Das heißt in diesem Fall Abschied. Abschied der Band von ihrem Publikum. "Ein unangenehmes Thema", bekennt Conferencier Nagel. Was aber, wenn das Publikum sich einfach nicht verabschieden will? Dann wird eben weitergespielt. Auch wenn es da schon längst nach elf ist und die drei Musiker ihr Publikum bereits auf sämtliche Höhen des Grooves gejagt haben. Oder haben sie ihre Fans auf ihrer Musik eher davongetragen? Es ist ein lebhafter Mix, den Opportunity da auf die Bühne bringt. Die drei Musiker zeichnet etwas aus, was nicht mehr selbstverständlich ist. Alle drei können sie singen, und das nicht zu knapp. Sie sind locker in der Lage, mal kräftigere Töne ins Mikro abzusetzen, die nicht verhungern und auch noch stimmen. Percussionistin Marie Fofana verfügt über eine glasklare Stimme, die sich manchmal glockenhell abhebt. In "Shine on you crazy diamond" lässt sie so den Edelstein funkeln. Derweil zupft und schrappt Bandkollege Axel Nagel so scheinbar leicht auf seiner Gitarre daher, dass jeder der 60 Zuhörer im Saal sofort mit dem Gitarrenunterricht beginnen möchte. Bassist Gaz bringt mit seinem besonderen Timbre die soulige Note ins Spiel. Und so geht es von Stück zu Stück, einmal ist es ein langsamer Walzer, der sich als "I'm still crazy after all these years" von Paul Simon entpuppt, bis zu Bruce Hornsbys Stück "Pete and Manny", wo das Publikum klatscht, mit den Füßen wippt oder zumindest mal im Rhythmus der Musik Kaugummi kaut. Das ist ja für schwäbische Verhältnisse schon ganz ordentlich. Recht zufrieden mit der Publikumsleistung sind die Musiker nach "My baby wrote me a letter". Kein Wunder, so interessant und genial interpretieren die Drei den Klassiker. Da ist kein Brei, kein Dröhnen und kein Röhren. Jede Stimme, jedes Instrument hat seinen Platz. Die Musiker verstehen sich auf Großputz. Zwar spielen sie überwiegend gecoverte Titel, die Stücke von Simon, Hornsby, Wonder, Armatrading und Joel wurden aber so gründlich entstaubt, dass ihnen kein Geruch aus der Mottenkiste mehr anhaftet. Virtuos interpretieren Bass, Gitarre und Djembe auf eine neue Art die Titel aus der aktuellen CD "shine", so dass der Zuhörer verblüfft ganz unbekannte Seiten an dem ein oder anderen altbekannten Oldie entdeckt. "Jetzt habt ihr euer Soll erfüllt, wer will, darf jetzt gehen", erklärt Axel Nagel, nachdem das Publikum ein Stück mit Klatschen begleitet hat. Aber natürlich erntet er nur amüsiertes Gelächter. Eigentlich haben die Drei nach jedem Song etwas zu sagen. Es scheint ihnen beinahe so viel Vergnügen zu bereiten, launige Kommentare abzugeben und per Anekdote den ein oder anderen Lacherfolg zu provozieren. Das bedeutet, dass zwischen all der Musik einiges erzählt wird. Beinah kein Stück geht ohne erklärende Worte und die bandeigene Ironie von der Bühne. Auf alle Fälle kommt man immer wieder mit einem Augenzwinkern auf die drei CD's zurück, die es zu kaufen gibt. Live sind die süddeutschen Klangkünstler ein echtes Schmankerl, und das sieht das Publikum auch so. Die drei kommen nicht von der Bühne, ohne nach artigem Knicks nicht zwei Stücke nachzulegen. Das letzte Stück zeigt dabei noch mal ihr ganzes gesangliches Können. "My girl" wird a capella interpretiert, Gaz mimt dazu perfekt die Instrumentalaufgaben. Dann erst dürfen sie von der Bühne und hinterlassen ein äußerst zufriedenes Publikum. Anmelden oder registrieren um Kommentare einzutragen
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