Pavillon-Macher sind mit dem Herbst zufrieden

Kreiszeitung Böblingen vom Dienstag, 22. Dezember 2009

Interview mit der IG-Kultur-Vorsitzenden Gabi Jeschabek - 31. Sindelfinger Weihnachtssession am 26. Dezember

Von Robert Krülle

SINDELFINGEN. Von Anfang Oktober bis Mitte Dezember jagte wieder eine Kulturveranstaltung die nächste im Sindelfinger Pavillon. Die ehrenamtlichen Macher konnten sich dabei über eine insgesamt sehr gute Resonanz freuen - keine Selbstverständlichkeit. Gabi Jeschabek, seit 2006 Vorsitzende der IG Kultur, macht aber auch deutlich, dass es an freiwilligen Helfern mangelt.

Frau Jeschabek, die IG Kultur hat im Herbst wieder 15 spannende Veranstaltungen im Pavillon gestemmt. Wie sieht ihr Fazit der Herbststaffel aus?

Positiv ist, dass wir insgesamt immer mehr Gäste haben. Zudem funktioniert die Planung des Programms immer besser, seit wir eine Extragruppe dafür eingerichtet haben, die sehr engagiert arbeitet. Von daher gibt es immer weniger bis gar keine Flops im Programm, dafür zahlreiche Höhepunkte: In der Herbststaffel waren das zum Beispiel Grachmusikoff, die Zeltinger Band oder die argentinische Tango-Truppe El Afronte. Und natürlich die AC/DC-Coverband Big Balls, die den Pavillon regelmäßig zum Kochen bringen. Auffallend für mich war, dass auch bei weniger bekannten Gruppen immer über 50 Besucher da waren. Das war früher nicht so. Für uns ist das ein sehr positives Zeichen, dass unser Konzept ankommt.

Das hört sich ja nach "eitel Sonnenschein" an. Wo hat die IG Kultur denn Probleme?

Die Veranstaltungen laufen zwar inzwischen viel strukturierter und routinierter als früher ab, unsere Helfersituation ist aber deshalb nicht besser geworden. Viele Freiwillige bringen sich bei den Veranstaltungen ein, aber insgesamt reicht die Zahl eigentlich nicht aus. Deshalb sind wir nach wie vor auf der Suche nach netten Menschen, denen es Spaß macht, bei einer Veranstaltung hinter der Theke oder der Kasse zu stehen. Oder die sich an der Organisation beteiligen wollen. Neue Vereinsmitglieder sind immer willkommen. Man kann aber auch mithelfen, ohne gleich Mitglied zu werden.

Was will man in Zukunft anders machen?

Wir wollen jetzt erst einmal auf dieser Spur bleiben und weiterhin anspruchsvolle Konzerte von Weltmusik bis Heavy Metal geben, dazwischen Kabarett und unseren offenen Kulturtreff "Feier!Abend" an jedem ersten Mittwoch im Monat. Verbesserungen haben wir beim Thema Öffentlichkeitsarbeit vor. Wir wollen zum Beispiel ein einheitliches Erscheinungsbild für Verein und Veranstaltungsort schaffen, um unser kleines Kulturzentrum noch bekannter zu machen.

Ihr Spielort Pavillon steht ja direkt am neu gestalteten Calwer Bogen. Wie ist das für den Pavillon? Gab es da während der Bauarbeiten Schwierigkeiten?

Insgesamt gab es glücklicherweise sehr wenig Probleme - im Gegenteil: Durch die Umgestaltung des kleinen Parks vor dem Pavillon sind wir jetzt schöner gelegen als vorher. Außerdem haben wir noch eine neue Plakatwand von der Stadt bekommen.

Jetzt steht ja auch wieder die Weihnachtssession an. Ist die inzwischen in der Stadthalle angekommen?

Ja, die Session ist voll und ganz angekommen. Klar gab es einige Startschwierigkeiten, als wir vor drei Jahren von der Klosterseehalle in die Stadthalle gezogen sind. Wir haben da aber schnell daraus gelernt und uns ein bisschen stärker an die Gegebenheiten angepasst. Zuletzt lief es wunderbar.

Bei der Weihnachtssession gibt es dieses Jahr Freikarten für die Sindelfinger Abiturienten der Abschlussjahrgänge 2009 und 2010. Warum?

Die Weihnachtssession wird eben wie ihre Macher älter. Wir versuchen auf diesem Weg, mehr junges Volk in die Session zu integrieren. Im Sinne der eigentlichen Idee, dass alte Freunde und Bekannte sich wunderbar bei der Session treffen können. Wir wollen mit der Aktion ein Tür für Nachfolger öffnen, denen der Gedanke am Herzen liegt, am zweiten Weihnachtsfeiertag eine tolle Party mit alten Freunden und guter Musik zu feiern. Wir hoffen auf eine gute Resonanz. Mehr Besucher bedeuten ja auch mehr Spenden für die Hilfsvereine, die wir unterstützen.

Wo sind Sie bei der Weihnachtssession?

Ich bin zuständig für die ganze Gastro-Organisation samt Helfen. Das ist viel Arbeit im Hintergrund und im Vorfeld. Bei der Weihnachtssession selbst bin ich leider nur kurz da, da ich ein Tierhotel führe, und meine Gäste kann ich natürlich nicht so lange allein lassen.