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Eine Zeitreise in die 70er JahreSindelfinger Zeitung vom Donnerstag, 4. März 2010 Pressebericht zu unserer Veranstaltung Staffelbeginn mit POEMS ON THE ROCKS Von unserem Mitarbeiter Thomas Volkmann „Leute, achtet beim Rock’n’Roll auf die Texte, die können sogar Kriege beenden“, hat Leonard Bernstein einmal gesagt. Wer weiß denn schon, um was es effektiv in Songs wie „Under my thumb“ von den Stones, „I don’t like mondays“ von Bob Geldofs Boomtown Rats oder Bob Dylans „All along the watchtower“ geht? Jo Jung, den man in der Region auch als Radiosprecher kennt und der mit der Formation „Boogaloo“ Musik und Kriminalgeschichten ansprechend auf die Bühne bringt, hat sich in alte Rockklassikertexte vertieft, ihrem Sinn, ihrer Seele nachgespürt. Er hat Worte und Texte gefunden, die sich der längst zu Allgemeingut gewordenen Magie dieser Songs annähern, ihnen idealerweise bekräftigend zur Seite stehen. Heraus kommt dabei nicht ein Programm, wie es Wolfgang Ambros oder Wolfgang Niedeken einst mit Liedgut des auch bei „Poems on the Rocks“ vertretenen Bob Dylan interpretierten, sondern eines, das unmittelbar neben dem Original besteht. Manchmal braucht es einen Moment, bis der Groschen beim Publikum fällt. Großartig dabei schon der Auftakt. Als käme er zu spät auf die Bühne, entschuldigt sich Jo Jung beim Publikum, zeigt die Aufschrift seines T-Shirts („netter älterer Herr“) und bittet darum, sich vorstellen zu dürfen. „Ich bin ein Mann von Reichtum und Geschmack.“ Texte in freier Übersetzung Langsam dämmert’s: „Sympathie for the Devil“ von den Stones ist angesagt. Wie Jung die Zeile „Ich erwarte Höflichkeit und gute Manieren, sonst muss ich euch eines Tages noch rasieren“ singt, ist schön frei übersetzt. Immer wieder streut er auch ein herrlich diabolisches Lachen ein. Mit Jung haben die „Rocks“ nicht nur eine Stimme und einen genialen Übersetzer an Bord, sondern auch einen Interpreten und Künstler, der diesen Übertragungen etwas sehr Greifbares, Physisches mitgibt. Eine neue Gestalt. Gleichwohl verkommt sein Wirken nicht zur One-Man-Show, dafür ist die Musik selbst zu stark. Jörg Krauss (Ex-„Matter of Taste“) röhrt die Originaltexte, mit der Band mit Christoph Berner (Gitarre), Edgar Müller (Keyboards), Andy Kemmer (Bass) und Helmut Kipp (Schlagzeug) geht es musikalisch auf Zeitreise in die 70er Jahre. Der Longsong „Riders on the Storm“ von den Doors bietet Platz für Instrumentalsoli und ebenso elegant wie die „Reiter im Orkan“ sich aus Pink Floyds „Money“ entwickelten, so gelungen ist der Übergang auf die ersten Takte von Iron Butterflys ewig langem Song „In-A-Gadda-Da-Vida“. Nachdem Jung mit einer vorgelesenen Bluesgeschichte von T.C. Boyle („Stones in my passway, hellhound on my trail“) über den Musiker Robert Johnson den zweiten Teil noch entspannt eröffnete, treibt’s das Publikum mit „Lola“ (Kinks) und „Fly like an eagle“ (Steve Miller Band) erstmals auf die Tanzfläche. „Us and them“ von Pink Floyd mag man dann als programmatische Aussage verstehen, als Symbol für die Einheit von Originalsong und ins Deutsche übersetztem Text. Unvergänglich der eine, erhellend und unterhaltend das andere. Jo Jung rezitiert, seine Kollegen sorgen für die Musik: Mit „Poems on the Rocks“ ist die Sindelfinger IG Kultur ins Festjahr zum 30. Geburtstag gestartet. Unter www.igkultur.de gibt das Programm im Internet. Anmelden oder registrieren um Kommentare einzutragen
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