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Vertraut, aber unverbrauchtSindelfinger Zeitung vom Donnerstag, 25. März 2010 Pressebericht zu unserer Veranstaltung GURU GURU - Psychedelic World Beat http://www.szbz.de/no_cache/nachrichten-neuigkeiten/artikel-detail/news/... Von unserem Mitarbeiter Thomas Volkmann Man glaubt es kaum, aber wahr ist’s doch. Mani Neumeier wird in diesem Jahr 70 Lenze alt, seine Band Guru Guru besteht immerhin schon seit vier Dekaden. Im Unterschied zu etlichen anderen Deutschrockbands, die heute oft krampfhaft den Geist alter Krautrocktage heraufzubeschwören suchen (man denke nur an den Auftritt von Werner Nadolny’s Jane vergangenen Oktober), haben sich Guru Guru stets neu erfunden und weiterentwickelt, sind ihrem Stil dabei aber dennoch treu geblieben. Der „Elektrolurch“ und „Ooga Booga Spezial“ sind die einzigen Relikte früher Tage, die Guru Guru bei ihrem Auftritt an der Calwer Brücke spielen und das ist auch völlig in Ordnung. Neumeiers Quartett mit den langjährigen Weggefährten Roland Schaeffer (Gitarre, Saxofon und Nadaswaram), Hans Reffert (Gitarre) und Peter Kühmstedt (Bass) versteht es prächtig, Energie auf die Bühne zu bringen. Der Stilmix von Rock’n’Roll bis Psychedelic unter Beimengung von Jazzelementen, afrikanischen und indischen Rhythmen und der Wehmut eines Blues (wie etwa in „Pow Wow“, in dem Hans Reffert an der Lapsteel-Gitarre sitzt) klingt dabei einerseits vertraut, ist aber dennoch unverbraucht. Schlagzeugsolo ist Pflicht Nicht fehlen darf bei einem Guru Guru-Konzert ein Schlagzeugsolo von Mani Neumeier. Eingebettet in „Ooga Booga Spezial“ leert er dabei auch einen Rucksack voller Blechtrommeln auf dem Bühnenboden aus. Wie Neumeier nun auf den verstreut und durcheinander daliegenden Teilen herumklöppelt, das sprüht vor Spielfreude nur so und lässt auch den Schalk aufblitzen, mit dem der quirlige Trommler immer noch gesegnet ist. Die Frage, was der bald 70-Jährige machen wird, wenn er einmal älter ist, lässt sich bei ihm mit Guru Guru ganz einfach beantworten. Bei aller schlafwandlerischen Routine, die man den Musikern absolut bescheinigen muss (als Peter Kühmstedt zur „Elektrolurch“-Zugabe wieder zurück zu seinem Bass auf die Bühne kehrt, hebt er die Arme schlafwandlertypisch vor sich): Selbstverständlich profitieren Guru Guru von ihrem Ruf früher Tage. Der Rockmusik von heute aber haben sie immer noch etwas hinzuzufügen. Auch Neumeiers Seitenprojekt „Tiere der Nacht“ mit dem Schweizer Gitarristen Luigi Archetti, dessen CD „Kräuter und Weltmeister“ vor dem Konzert und während der Pause lief, gibt Zeugnis von der Kreativität des Obergurus auf der Höhe der Zeit. Am 24. März 1980 ist die Interessengemeinschaft (IG) Kultur Sindelfingen gegründet worden und fand 1987 im Pavillon neben der Villa Wittmann am heutigen Calwer Bogen ihr festes Domizil. Mittlerweile hat der Verein über 500 Veranstaltungen organisiert und feiert am Wochenende zusammen mit der Big Band des Musikvereins Stadtkapelle. Das Ensemble unter der Leitung von Jörg Gebhardt, das den Pavillon mit der IG Kultur teilt, spielt am Freitag, 26. März, ab 20.30 Uhr. Am Samstag, 27. März, steht die Tübinger Bluesrockband „Black Cat Bone“, die ebenfalls vor 30 Jahren gegründet wurde, ab 20.30 Uhr auf der Pavillon-Bühne. Die Deutschrock-Legende Guru Guru mit Mani Neumaier am Schlagzeug hat nach 2009 zum zweiten Mal im Pavillon der IG Kultur Sindelfingen gespielt. Anmelden oder registrieren um Kommentare einzutragen
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